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Falscher Börsentrend durch fehlerhafte Software

Oh Oh … Tschuldigung … den Fehler in der Börsensoftware machen wir gleich weg!

Nur weil Goldman Sachs die ganze Welt mit getürkten Bilanzen verarschte, können die weltweiten Börsen doch nicht gleich in einer Woche 10 % Gewinn gutmachen. So viele Deppen kann es doch gar nicht geben, die ihr Geld (oder besser: das Geld von Anlegern) in Aktien stecken, deren Kurse  (aufgrund kaum vorhandener Gewinne) bereits jetzt extrem überbewertet sind.

Klar … das ganze frisch gedruckte Geld muss ja irgendwo hin und auch die einst so sicheren Staatsanleihen wollen ja nicht mal mehr die Chinesen haben … aber ist es dann wirklich sinnvoll, das Geld noch in Aktien zu stecken … wo doch jeder sieht, dass die Unternehmen auf längere Zeit kaum noch Gewinne machen, Investitionen zurückgestellt werden, der private Konsum wegbricht, weil monatlich zehntausende Leute arbeitslos werden und der gerade noch in Arbeit stehende Restbestand an Steuerzahlern nicht weiß, ob er in drei Monaten ebenfalls noch seinen Job hat … und und und … Kein ideales Umfeld, um Aktien ein positives Kurspotential zuzutrauen.

Die Aktienkurse steigen trotzdem, weil alle Welt in Aktien investiert. Hurra … Hurra … der Aufschwung ist da! Kurse machen Nachrichten. Aber wer macht denn eigentlich die Kurse?

Wenn mehr Käufer eine Aktie nachfragen als Verkäufer vorhanden sind – weil diese Mehrheit der Ansicht ist, dass der Aktienkurs aufgrund guter zukünftiger Gewinnaussichten noch weiter steigt - dann steigt ein Aktienkurs. Traut die Mehrheit der Investoren einer Aktie nichts mehr zu – sie wollen also verkaufen – dann fällt der Aktienkurs, weil es zu wenig Käufer (bzw. kaum Nachfrage) gibt. Der Verkäufer bleibt auf seinen Aktien sitzen, wenn er nicht so weit im Preis heruntergeht, bis wieder ein Käufer der Ansicht ist, zu diesem Preis hätte die Aktien nun weiteres Steigerungspotential. Normal … so kennt man das Spiel. Aber so läuft es nicht!

Mittlerweile sind laut Wall Street Journal automatisierte Handelsprogramme für 75 % des Tagesvolumens beim Aktienhandel verantwortlich. Anhand  von programmierten Algorithmen werden innerhalb von Millisekunden Wirtschaftsnachrichten gescannt und in Transaktionen umgewandelt. Lange bevor  ein normaler menschlicher Handelsteilnehmer überhaupt diese Nachrichten zu Gesicht bekommen hat. Und weil Computer ja schließlich unfehlbar sind, werden die eingehend Nachrichten nicht weiter hinterfragt (es wären ja wohl eh viel zu viele in viel zu kurzer Zeit) und die Operator sitzen mit leuchtenden (oder weinenden) Augen vor ihren Terminals und schauen sich die automatisierte Kursentwicklung an.

Und wenn der Algorithmus mal spinnt und/oder eine Nachricht nicht so ganz richtig interpretiert, dann kommt manchmal halt richtiger Bullshit raus. So wie aktuell der vermeintliche Optimismus des Star-Ökonomen Nouriel Roubini die Börse nach oben trieb. Dabei hatte der notorische Dauer-Pessimist und Schwarzseher (auch als Dr. Doom = Dr. Untergang bekannt) eigentlich eine zweite – viel üblere – Rezession ab 2010 befürchtet … aber dummerweise ist er falsch zitiert worden. Und wenn “selbst der nun schon optimistische Töne anschlägt”, kann der Aufschwung ja nicht mehr weit sein … So macht eine Software aus einem falschen Zitat einen kapitalen Aufschwung:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Das-80MilliardenMissverstaendnis/story/20860097

So funktioniert dieses automatisierte Hochfrequenz-Trading:

http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Boerse-Der-Krieg-der-Computer-um-Tempo-und-Milliarden/story/31649684

Und kaum ist dieser Software-Fehler-Aufschwung ein paar Tage alt, erdreisten sich die ersten “Wirtschaftsexperten” schon, den echten Aufschwung herbeizureden.

Oh Herr … lass es Hirn regnen!

Richtig spannend sind dann hier auch die Kommentare zum Artikel, die häufig mehr Sachverstand zeigen, als vielen “Experten”: http://www.welt.de/finanzen/article4179241/Boersianer-erklaeren-die-Rezession-fuer-beendet.html

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